Wenn ich nicht gerade in Österreich bin, dann lebe ich in England, wo ich neulich Petersilie zwischen andere Kräuter eingesetzt habe. Jetzt bin ich natürlich schon sehr neugierig, wie hoch das milde Klima Englands die kleinen Triebe bereits wachsen ließ?

Ist es das faszinierende frische Grün, das betörende Aroma oder der unverwechselbare Geschmack mancher Kräuter, was uns so ins Schwärmen bringt? Nach gefühlten langen grauen Wintermonaten sehnen wir uns wieder nach intensiven Reizen und wollen uns die Kraft der Kräuter mit dem kulinarischen Genuss einverleiben. Man unterscheidet zwischen Wild-, Küchen- oder Heilkräutern. Aber für mich sind alle Kräuter Balsam für die Seele und somit „Heilkräuter“.

Schnittlauch auf dem Butterbrot, Korianderblätter zur Tomate, Dill und Bohnenkraut mit einem Stück Butter in eine heiße Kartoffel gedrückt oder viel Petersilie im Salat kann ein simples Gericht in eine Delikatesse verwandeln. Dekoriert mit Gänseblümchen bekommt Salat im Frühjahr sogar für Kinder eine neue Attraktivität.

Meine Schwägerin überraschte mich mit einem Teller dampfender Nudeln mit Rucola-Pesto. Was für eine Köstlichkeit. Aus der Not heraus ist diese Kreation entstanden, wie sie erzählte, da der Rucola in ihrem Beet bereits so üppig gewachsen ist. Pesto ist eine einfache Art, frische Kräuter zu konservieren. Alternativ zu Rucola und den Klassikern Bärlauch und Basilikum eignet sich dazu auch die Petersilie.

Und so geht’s:

  1. grobe Stängel von 1-2 Bund Kräutern wegschneiden
  2. feine Stängel mit den Blättern waschen und trockenschleudern
  3. grob gehackt in den Küchenmixer geben
  4. ca. 80ml Olivenöl, Salz, 2 Knoblauchzehen dazugeben und kurz durchmixen bis die richtige Konsistenz entsteht. Eventuell etwas Olivenöl nachgießen.
  5. in einem sauberen Schraubglas abgefüllt hält es sich ein paar Wochen im Kühlschrank

Nicht nur unter Nudeln gemischt ist Pesto das Tüpfchen auf dem „i“. Auf einer warmen Kartoffel, zu Fleisch, in die Salatmarinade, auf ein getoastetes Stück Weiß- oder Schwarzbrot, als Basis für Sandwiches, auf rohes oder gekochtes Gemüse und natürlich in Suppen oder als deren Topping zeigt sich die grüne Paste für den besonderen Geschmack verantwortlich.

Wenn ich wieder in England bin werde ich hoffentlich einen großen Petersilienbusch vorfinden. Und das erste was ich mache, ist dann wohl: Pesto!