Im Garten meiner Eltern steht ein alter, knorriger Hollerbusch. Als ich noch klein war liebte ich diesen Busch. Ich bin drauf rumgeturnt, half im Frühling die zu Blüten pflücken und im Herbst habe ich oft die Beeren als Lippenstift verwendet und mir vorgestellt, wie es ist groß zu sein.

Noch mehr als den Hollerbusch selbst, mochte ich aber den Hollerblütensaft meiner Mama. Denn der schmeckte das ganze Jahr über nach Frühsommer und bei uns gab es gezuckerte Getränke sonst nur zu Geburts- und Feiertagen.

Als ich dann viele Jahre später meinen ersten eigenen Hollerblütensaft gemacht habe, sollte er natürlich noch besser werden als der von Mama und ich habe alle möglichen Rezepte gewälzt, Kombinationen ausprobiert, mal mit heißem, mal mit kaltem Wasser angesetzt, mal mit Zitrone, mal mit Limettenscheiben. Kurzum Projekt Hollersirup wurde zum wissenschaftlichen Küchenexperiment und das Machen war mir wichtiger als das tatsächliche Trinken. Vielleicht war ich auch deshalb nie zufrieden.

Hollersaft

Eines Tages habe ich dann meinen Stolz überwunden und Mama nach Ihrem Rezept gefragt. Seitdem geht’s wieder mehr ums Trinken und das Machen macht einfach mehr Spaß.

Hollersaft

Zubereitung

  1. Blüten und Zitronensäure im kalten Wasser ansetzen
  2. Zitronen in Scheiben schneiden und auflegen
  3. Gefäß abdecken (z.B. mit einem Deckel, Geschirrtuch, etc.)
  4. Dunkel und kühl 3 Tage ziehen lassen (nicht im Kühlschrank)
  5. Danach die Blüten mit einem Sieb abseihen
  6. In der kalten Flüssigkeit 2kg Zucker lösen lassen (immer wieder durchrühren, das kann nochmal bis zwei Tage dauern)
  7. In Flaschen abfüllen
  8. Wer sich wegen der Haltbarkeit sorgen macht, kann auch noch ein bisschen Einsiedehilfe zugeben

Kleiner Tipp am Rande: Hollersaft schmeckt nicht nur mit Wasser als erfrischendes Sommergetränk, sondern macht sich auch wunderbar als Aroma in einer frühsommerlichen Panacotta oder im selbstgemachten Eis.